Familienwohnungen für das Personal -  Kraftwerk für das Kurhaus Bergün.

Der jahrzehntelang praktizierte Zweitwohnungsbau in den alpinen Regionen hat auch in Bergün Spuren hinterlassen. Familien finden immer weniger die Möglichkeit, grosse bezahlbare Wohnungen auf dem Markt zu finden, die Entvölkerung der Dorfstrukturen ausserhalb der Saison ist die Folge. Die Kurhaus Bergün AG hat aus diesem Grund den Beschluss gefasst, im Sinne einer nachhaltigen Personalkultur ein Personalhaus mit sechs grossen Familienwohnungen und fünf angehängten Studiowohnungen zu errichten.
Die Wohnungen und Studios werden aus dem Treppenraum über ein privates Entrée erschlossen. Dies ermöglicht eine flexible Nutzung der einzelnen Wohneinheiten, wie zum Beispiel über einen Zusammenschluss einer Wohnung mit einem Studio. Die Wohnungsgrundrisse orientieren sich typologisch an den traditionellen Bündnerhäusern. Die typische Kammerung der Individualräume wird in Verbindung mit einem grosszügigen Wohn- und Lebensraum zeitgemäss interpretiert. Der Verzicht auf unnötige Gänge ermöglicht es, dem Koch-, Ess- und Wohnraum in der Grundrissfigur eine Gewichtung und Grosszügigkeit zu geben, ohne zu viel Grundfläche zu beanspruchen. Das Personalhaus wird über eine Quellfassung geheizt und liefert den Strom der integrierten Solaranlage und Wärme an das Kurhaus, gleichsam ein soziales, wie auch energetisches >Kraftwerk< für das hundertjährige Hotel.


Personalwohnhaus Kurhaus Bergün
Puoz, Bergün CH
Auftraggeber: Kurhaus Bergün AG
Kollaboration: dalcherstuder architekten
Zeit: 2013-15